Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV)

Was ist ein ZEV?

Das Energiegesetz gewährt Eigentümern von Solaranlagen das Recht, den erzeugen Strom am Ort der Produktion selber zu verbrauchen (Eigenverbrauch, Eigenstrom). Seit 2018 besteht die Möglichkeit, dass auch mehrere Eigentümer gemeinsam Solarstrom erzeugen und verbrauchen. Dazu bilden sie einen Zusammenschluss zum Eigenverbrauch (ZEV). Die Bezeichnung ZEV ersetzt den vorher gebäruchlichen Namen Eigenverbrauchsgemeinschaft (EVG). Ebenfalls neu ist die Möglichkeit, den gemeinsamen Eigenverbrauch auch für Mieter vorzusehen (bekannt unter dem Namen Mieterstrom). Gegenüber diesen übernimmt der ZEV neu die Rolle des Energieversorgers.


Was sind die Vorteile?

Ein ZEV bietet gleich mehrere Vorteile:

  • Durch die Belieferung von Mietern kann ein grösserer Anteil des Solarstroms neu vor Ort verbraucht werden und muss nicht wie bisher mit Verlust ins Netz zurückgespeist werden.
  • Dadurch erzielt der Eigentümer Erträge und kann so seine Photovoltaikanlage amortisieren und darauf eine attraktive Rendite erzielen.
  • Der Strompreis für die Mieter sinkt, da ein Teil kostengünstig in der Photovoltaikanlage vor Ort erzeugt wird.
  • ZEV mit einem Jahresverbrauch von über 100'000 kWh - dies entspricht ungefähr dem Verbrauch von 30 Wohnungen - gelten als Grosskunden und können ihren Stromlieferanten frei wählen. Dadurch sinkt der Strompreis und somit die Stromkosten der Bewohner weiter.
  • Durch die günstige und ökologische Stromversorgung erhöht sich die Attraktivität der Liegenschaft.

Was ändert im Verhältnis zum Energieversorger?

Der ZEV verfügt neu nur noch über eine einzige Liefer- und Abnahmebeziehung mit dem lokalen Energieversorger. Die einzelnen Bewohner beziehen ihren Strom neu vom ZEV und sind nicht mehr direkte Kunden des Energieversorgers. Dieser misst nur noch den Strombezug des gesamten ZEV mit einem eigenen Zähler. Die Messung und Abrechnung des Stromverbrauchs der Bewohner ist Sache der Eigentümer und erfolgt mit privaten Zählern.


Was sind die Voraussetzungen?

Der Stromverbrauch muss am Ort der Produktion erfolgen. Als Ort der Produktion gilt das Grundstück, auf dem die Photovoltaikanlage liegt. Ebenfalls besteht die Möglichkeit, einen ZEV über mehrere zusammenhängende Grundstücke zu bilden, wenn mindestens eines über eine Photovoltaikanlage verfügt und das öffentliche Stromnetz nicht in Anspruch genommen wird. In der Praxis bedeutet dies, dass der ZEV nur über einen einzigen Netzanschluss verfügen darf. Seit dem 1. April 2019 darf sich der ZEV auch über Bahntrassen, Strassen und Bäche hinweg erstrecken, sofern deren Eigentümer ihre Zustimmung erteilen.

Zudem muss die Produktionsleistung der Photovoltaikanlage im Verhältnis zur Netzanschlussleistung «erheblich» sein. Konkret muss die Leistung der Photovoltaikanlage mindestens 10% der maximalen Netzanschlusskapazität betragen.


Wann ist ein ZEV sinnvoll?

Ein ZEV ist immer dann sinnvoll, wenn sich eine Photovoltaikanlage und mehrere Endverbraucher hinter demselben Netzanschluss befinden. Folgende Faktoren begünstigen zudem eine ökologische und finanziell attraktive Solarstromversorgung in einem ZEV:

Oft ist ein ZEV auch bei Fehlen von einem oder mehrerer dieser Faktoren wirtschaftlich und sinnvoll. Im Einzelfall klären wir dies gerne für Sie ab.

Eigenverbrauch

Mein Stromverbrauch ist tagsüber tief, aber ich habe eine Wärmepumpe

Der Eigenverbrauch lässt sich zusätzlich auch durch technische Massnahmen erhöhen. Dabei steht die Verbrauchsoptimierung im Vordergrund: Durch den Einsatz moderner Regeltechnik können grosse Verbraucher wie Wärmepumpen und Elektrofahrzeuge genau dann eingesetzt werden, wenn viel Sonnenstrom zur Verfügung steht.


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